ETC – Gauff Mobility Solutions entwickelt neues Verfahren. Verkehrsunternehmen der Verbundgesellschaft Paderborn nutzen Vertriebs- und Fahrplandaten zur genauen und kostengünstigen Einnahmenaufteilung

ETC – Gauff Mobility Solutions entwickelt neues Verfahren. Verkehrsunternehmen der Verbundgesellschaft Paderborn nutzen Vertriebs- und Fahrplandaten zur genauen und kostengünstigen Einnahmenaufteilung

Paderborn: Die Verkehrsunternehmen der Verbundgesellschaft Paderborn/Höxter (VPH) haben sich auf eine neue Einnahmenaufteilung verständigt, welche rückwirkend ab 2014 zur Anwendung kommt. In Zusammenarbeit mit der ETC – Gauff Mobility Solutions wurde dafür ein völlig neues Verfahren entwickelt und erprobt, das die relationsbezogenen Vertriebsdaten aus allen Vertriebswegen analysiert und die Einnahmen anhand von konkreten Fahrplandaten den einzelnen Linien zu scheidet.

Udo Wiemann, Geschäftsführer der VPH nennt den nahezu jährlichen Start von Linienbündeln im regionalen Busverkehr als wesentlichen Auslöser für die Neugestaltung der Einnahmenaufteilung. Die häufigen Betreiberwechsel und die mit den Bündelstarts oftmals einhergehende weitreichende Neugestaltung des Linien- und Fahrplanangebotes sowie die sich entsprechend entwickelnde Nachfrage sind weitere Gründe für neue Lösungen.

Die absehbar öfter notwendig werdenden Neuberechnungen der nachfrageorientierten Aufteilungsschlüssel konnten nur mit einem deutlich kostengünstigeren Verfahren realisiert werden. Mit einer erhebungsdatenbasierten Einnahmenaufteilung wäre insbesondere im ländlichen Bedienungsgebiet ein unwirtschaftliches Verhältnis zwischen Verfahrenskosten und Einnahmenaufteilungsmasse entstanden.

Der hohe Anteil der relationsbehafteten Fahrausweise legte die Nutzung der bei  jedem Verkaufsvorgang anfallenden Relationsangaben nahe. Die daraus generierten Haltstellendaten fließen im neuen System in eine automatisierte Fahrplanabfrage, deren Verbindungsauskünfte gewichtet werden. Anhand der genutzten Linienabschnitte werden die Anteilswerte der Verkehrsunternehmen aus den zunächst linienscharfen Ergebnissen aggregiert. So könnte auch ein Betreiberwechsel, etwa im Rahmen eines Neuzuschnitts von Linienbündeln bei gleichem Angebot, ohne Neuberechnung gehandhabt werden.

Für bestimmte Teilbereiche des Verkehrsgebietes lässt sich aus den Vertriebsdaten nicht die gesamte Wegekette sicher ableiten. Hier werden zielgerichtet ergänzende Verkehrserhebungen durchgeführt, so dass die tatsächliche Nutzung – bspw. eines Stadtverkehrs im Vor- bzw. Nachlauf – relationsbezogen erfasst werden kann, ohne alle Stadtbusse erheben zu müssen.

Das Verfahren nutzt alle Vertriebsdaten eines Abrechnungsjahres, so dass 100 Prozent der Nachfrage erfasst und aufgeteilt werden. Etwaige Fehler durch Stichproben und Hochrechnungsverfahren werden somit umgangen.

Die Verkehrsunternehmen haben die Aufteilungsschlüssel auf Basis von Echtdaten des Jahres 2012 berechnen lassen. Mit diesem „Test“ konnte das komplette Verfahren verifiziert werden. Die in Teilbereichen geschärfte Methodik kommt für die Einnahmenaufteilung der Jahre ab 2014 zum Einsatz und wird – nicht zuletzt durch schneller verfügbare Vertriebsdaten im Rahmen des WestfalenTarifs – im Vergleich zu anderen Verfahren relativ schnell Ergebnisse liefern.

Haben Sie Interesse an weiteren Informationen zu diesem Projekt, können Sie gerne Herrn Hinrich Brümmer, Bereichsleiter Mobility International kontaktieren.