Was macht eigentlich… Fabian Walter?

Was macht eigentlich… Fabian Walter?

Fabian Walter ist promovierter Wirtschaftsingenieur und seit mehr als 15 Jahren in den Bereichen Logistik, IT und Transport tätig. Nach der Leitung der Gruppe Transportnetzwerke am DB Schenker Stiftungslehrstuhl für Logistikdienstleistungen und Transport an der Technischen Universität Berlin, war er Post Doc und stellvertretender Fachgebietsleiter am Fachgebiet Unternehmensführung und Logistik an der Technischen Universität Darmstadt. Seit 2016 leitet er bei den Gauff Consultants das Team „Güterverkehr“.

Aktuell unterstützt er in einem internationalen Beraterteam das „Jernbanedirektoratet“ bei der Kapazitätsberechnung und Planung des intermodalen Terminals Oslo-Alnabru für die Jahre 2040 und 2060 in Norwegen. In Luxemburg unterstützt er die „Chemins de Fer Luxembourgeois“ bei der Entwicklung und Einführung einer Anwendung für mobile Endgeräte zur papierlosen Unterstützung der Triebfahrzeugführer und Zugbegleiter.

Kontakt: Gauff Consultants Niederlassung Berlin, team-berlin@gauff.com, Tel. +49 30 2 54 65-0

 

 

Gauff Consultants analysiert die Kapazität von Ausbauvarianten des intermodalen Umschlagterminals im Gleisknotenpunkt Oslo Alnabru für 2040 und 2060

Das Terminal Oslo Alnabru ist der zentrale Knotenpunkt für Wagenladungs- und intermodale Verkehre in Norwegen. Die Umschlagsprozesse zwischen Straße und Schiene bündeln unter anderem den gesamten Postverkehr des Landes. Gleichzeitig stellt das Terminal eine Pufferfunktion im norwegischen Schienengüternetz dar. In den vergangenen Jahren wurden mit den drei relevanten Umschlagseinheiten Wechselbrücken, Containern und Sattelaufliegern umgerechnet über eine halbe Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen. Obwohl damit die Kapazitätsgrenze des Terminals nahezu erreicht ist, wird bis zum Jahr 2040 ein marktseitiges Wachstum auf bis zu 900.000 TEU prognostiziert. Dieses Mengenwachstum wird bis 2060 auf 1,2 Millionen TEU geschätzt – mehr als eine Verdopplung der aktuellen Umschlagszahlen. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, Ausbauvarianten für das bestehende Terminal im Hinblick auf diese Kapazitätsziele für die Schiene, das Umschlagsequipment und die Straße kritisch zu hinterfragen.

Die bestehenden neun Ausbauvarianten wurden im Rahmen einer multikriteriellen Analyse auf ihre Eignung für ein effektives und effizientes intermodales Umschlagsterminal hin untersucht. Im Ergebnis konnten zwei geeignete Varianten identifiziert werden, die mit dem bestehenden Terminal verglichen werden. Die Varianten betrachten jeweils einen nördlichen sowie einen südlichen Terminalbereich. In diesen beiden Bereichen wird sowohl auf kontinuierliche Umschläge mit Portalkränen, als auch auf schnelle mobile Umschläge mit Reachstackern und Gabelstaplern Wert gelegt.

Die ab 2030 im transeuropäischen Transportnetzwerk (TEN-T) geforderten über 700 Meter langen Züge, der Ausbau innerhalb der – sich in einem Halbbogen befindlichen – Grenzen von Alnabru und die daraus resultierende Problematik geeigneter Lagerplätze, erforderten jedoch eine notwendige Überarbeitung der Ausbauvarianten. Hierbei wurde eine zu priorisierende Variante erarbeitet, die eine deutlich verbesserte Anordnung und Nutzung des Umschlagequipments in Verbindung mit dem dort verfügbaren Lagerbereich ermöglicht. Das daran angeschlossene Straßensystem und die damit verbundenen Manipulationsflächen ermöglichen nun fließende Umschlagsprozesse. Schienenseitig konnten durch die Einplanung veränderter Weichen und Grundtechnologien entscheidende Durchbrüche bei der Verbindung der beiden Terminalhälften sowie der Umschlagsmodule und Rangiergleisgruppen erzielt werden. Gleichzeitig werden hierdurch auch längere Gleisgruppen innerhalb der bestehenden Infrastruktur ermöglicht. Eine positive Evaluation des Umschlagsterminals zur Erreichung der hohen Kapazitätsziele ist somit greifbar geworden und ermöglicht die gewonnen Erfahrungen auch auf weitere Terminals in Skandinavien und dem gesamten transeuropäischen Transportnetzwerk zu übertragen.

Das internationale Beratungsteam besteht aus COWI AS (Norwegen), COWI A/S (Dänemark), ETC Transport Consultants GmbH (ETC) und Baltic Marine Consult GmbH (BMC). Gauff Consultants ist u.a. verantwortlich für die

  • multikriterielle Analyse der bestehenden Ausbauvarianten,
  • die Erstellung der Planungsempfehlungen und Kapazitätsberechnung auf der Schiene,
  • die Erstellung der Planungsempfehlungen und Kapazitätsberechnung des Umschlagequipments im Terminal
  • sowie die übergeordnete Methodik der Kapazitätsberechnung.

Der Auftraggeber ist das dem Transportministerium untergeordnete Jernbanedirektoratet (bis Dezember 2016 Jernbaneverket). Jernbanedirektoratet verantwortet als staatliche Verwaltungsorganisation den Betrieb der Eisenbahnen in Norwegen.

Im Rahmen der Kapazitätsanalyse des intermodalen Terminals Oslo-Alnabru wurden für die Ladungseinheiten (Container, Wechselbrücken und Sattelauflieger) alle vorhandenen Informationen und Prozesse für die Terminalbestandteile Straße, Schiene sowie das Umschlagequipment analysiert und ergänzt. Zur Identifizierung geeigneter vorgegebener Planungskonzepte wurden diese – hinsichtlich der betrachteten Elemente sowie Kapazitätsziele von 900.000 bzw. 1,2 Millionen TEU – einer multikriteriellen Analyse unterzogen. Im Ergebnis werden nun zwei erfolgversprechende Konzepte beim Re-Design begleitet und mit dem Status-quo als Referenz untereinander abgeglichen